Ein früher Meister

Nicht nur wir lieben Polizeiprosa.
Die taz lobte schon vor Jahren einen frühen Meister. Zu Recht.


Anlass: Diese Pressemitteilung.

„Heide (ots) – Beamte der Polizei-Zentralstation Heide wurden am Dienstagabend, 19. Oktober, 20.43 Uhr, zu einer Alarmauslösung in einem Großmarkt in der Straße Am Kleinbahnhof in Heide gerufen. Zwei Streifenwagen eilten zum Einsatzort, schließlich muss man zunächst einmal davon ausgehen, dass ein Einbruch bzw. ein Einbruchsversuch vorlag.

Bei der Annäherung an das Objekt bzw. der Inaugenscheinnahme entdeckten die Beamten dann frische Blutspuren in einer größeren Menge. Hatte sich da evtl. ein Einbrecher bei der Tatausführung verletzt? Trotz intensiver Absuche konnten aber keinerlei Einbruchsspuren entdeckt werden. Parallel dazu lief natürlich die Benachrichtigung eines Schlüsselträgers/Verantwortlichen der Firma, allerdings dauerte das Eintreffen eine geraume Zeit. In der Zwischenzeit wurde auch Nachfrage beim Westküstenklinikum Heide gehalten, ob denn dort eine Person mit einer Schnittverletzung eingeliefert worden sei. Das war aber nicht der Fall.

Nachdem dann der Marktleiter eingetroffen war, wurde noch einmal eine gemeinsame Nachschau gehalten. Bezüglich des Blutes gab es dann auch die Auflösung: Der Markt hatte am Nachmittag eine Frischfleischlieferung bekommen. Das Fleisch war dann offenbar so frisch, dass noch das Blut heraustropfte. Die Ursache der Alarmauslösung konnte nicht festgestellt werden. Es handelte sich somit um einen Fehlalarm. Günter Santjer.“

(dpa-Meldung vom 20. 10. 2004, 10.25 Uhr)

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Eine Antwort auf „Ein früher Meister“

  1. Gunter Santjer wird zum Beispiel auch folgendes höchst feinsinnig humoristische Werk zugeschrieben:

    Lohe-Rickelshof (ots) – Er hatte sich ein gutes Versteck ausgesucht, der Einbrecher, der am Freitag, 21.Mai 2004, zum wiederholten Male in den Kindergarten der Gemeinde Lohe-Rickelshof bei Heide, Kreis Dithmarschen, eingebrochen war.

    Allerdings hatte er nicht bedacht, dass er die Alarmanlage ausgelöste hatte, die mittlerweile installiert worden war und er hatte den Spürsinn der Polizeidiensthündin “ Dunja “ unterschätzt, die ihn in dunkler Nacht auf dem Kleingartengelände, nach seiner Flucht, in einer Regentonne aufspürte und verbellte. Er konnte dann widerstandslos von den eingesetzten Beamten der Polizei-Zentralstation Heide und des Zivilen Streifenkommandos (ZSK) festgenommen werden.

    Nachdem bereits mehrfach in den vergangenen Wochen Einbrüche in den Kindergarten in Lohe-Rickelshof verübt worden waren , wurde nun von der Gemeinde, in Absprache mit der Polizei, eine Alarmanlage installiert.

    Freitagnacht, gegen 00.58 Uhr, war es nun soweit, der Einbrecher schlug wieder zu. Wie bereits in der Vergangenheit, verschaffte er sich über ein Oberlicht Zugang zum Objekt. Als er dann im Gebäude war, löste er den Alarm aus. Die Einsatzkräfte eilten zum Tatort, konnten aber zunächst nicht verhindern, dass der Täter beim Herannahen der Polizei die Flucht in ein benachbartes Kleingartengelände ergriff. Man verlor ihn in der Dunkelheit aus den Augen.

    Nun kam aber die Stunde der Polizeidiensthündin „Dunja“. Mit einem entsprechenden Auftrag ihrer Diensthundeführerin versehen, spürte sie den Einbrecher auf, der sich in einer mit Wasser gefüllten Regentonne versteckt hatte. Zusätzlich hatte er sich zur Tarnung seine Jacke über den Kopf gezogen. Nach kurzer Zeit meldete sie bereits Erfolg und verbellte den Einbrecher in „seiner “ Tonne“. Die Einsatzkräfte eilten zur Tonne, wo “ Dunja“ mittlerweile schon mal die Jacke angehoben und damit entsprechenden Eindruck beim Täter hinterlassen hatte.

    Bei dem Täter handelt es sich um einen 18-jährigen aus Heide. Er war der Polizei noch nicht bekannt und wurde nach Abschluss der Maßnahmen wegen fehlender Haftgründe wieder entlassen. Der junge Mann gestand in einer ersten Vernehmung die Einbrüche. Gestohlen hatte er gebrauchte Geräte wie Computer, Stereoanlage und andere Hifi-Geräte.

    Die Kripo prüft nun, ob der Mann auch für weitere Einbrüche in Heider Kindergärten infrage kommt.Für die Schäferhündin „Dunja“ gab`s natürlich ein dickes Lob.

    Quelle: http://www.kleingartenweb.de/00/sh/pol2004/pol-hei.html

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